Freie Entscheidung

„Wir haben den freien Willen zu entscheiden, ob wir lieben oder hassen wollen.“

S.H. IV. Dalai Lama

Frühjahrswind

Im Frühjahr – so heißt es in der alten Chinesischen Medizin, sollte man darauf achten, unsere Körperrückseite nicht dem Wind auszusetzen. Wind, der uns an unserer Rückseite, (insbesondere an Hals und Hinterkopf) trifft, wird als Ursache für eine Reihe unangenehmer Erkrankungen angesehen.

 

‚Mikroübung‘ 40

‚Gib Acht!‘ Wir sagen das so zu Kindern…

Damit Sie nicht in die Straße laufen, in der Schule aufmerksam sind, den Eltern zuhören…

Nun zu uns Erwachsenen 😉 Auf dem ‚Kinderlevel‘ sind wir ganz gut. Selten sind wir im Straßenverkehr unaufmerksam, mit dem Zuhören klappt es auch einigermaßen…

Aber wie sieht es mit der Achtsamkeit auf dem ‚Erwachsenenlevel‘ aus…

In der asiatischen Philosophie heißt es: “ Wenn Du isst, dann esse..“ Weiter will ich es gar nicht zitieren, denn hier wird es bereits für uns schwierig. Versuchen Sie während des Essens – eigentlich ein wirklich kurzer Zeitraum – die Achtsamkeit ausschließlich beim Essen zu halten. Wie fühlt es sich im Mund an, welche Geschmacksfeinheiten schmecken Sie, was ist das, was Sie essen… Ohne zu sprechen… Ohne die Gedanken vom Essen abschweifen zu lassen.

Eine schwere Übung. Aber wir merken daran, wie schwer es uns fällt, bei uns zu bleiben.

Wenn wir während des Essens nicht beim Essen sind, verpassen wir den Genuss. Und das gilt nicht nur beim Essen. Wenn wir nicht in jedem Augenblick unseres Lebens ganz in diesem Augenblick sind, ist es unser Leben, das wir verpassen.

Trockene Haut

Zu dieser Jahreszeit klagen viele über extrem trockene und juckende Haut. Dies begründet sich in dem Zusammenhang von – dem derzeit angesprochenen Lebersystem – zu dem Lungensystem.

Die TCM rät zu der äußerlichen Anwendung von ungeröstetem Sesamöl. Ich nehme am liebsten das Sesamöl von Primavera (Reformhaus, Bioladen). Es das einzige unraffinierte ungeröstete Sesamöl ist, das ich finden konnte. Selbst in Apotheken habe ich immer nur raffiniertes Sesamöl bekommen. Wenn Sie ein unraffiniertes und ungeröstetes Sesamöl einer anderen Marke finden, können Sie das natürlich genauso nehmen.

Das steigende Yang

Aus Zeitmangel musste ich Ihnen gestern leider die Erklärung schuldig bleiben, was an dieser Zeit, hinsichtlich Infekten, speziell ist.

Das sogenannte ‚Aufbrechen der Energie‘ im Frühling, wie wir es ja an Pflanzen gut beobachten können, steht in Zusammenhang mit dem Ansteigen von Yang in der Natur aller Dinge.

So auch in unserer. Aber auch in allen Mikroorganismen, Bakterien, Viren. Auch die werden jetzt gestärkt. Alle erfahren derzeit die gleiche Stärkung, aber nicht alle können die erworbene Kraft bewahren. Da sich Bakterien und Viren aber – besser als die meisten von uns – darauf verstehen möglichst wenig dieser Energie wieder zu verlieren, sind Bakterien und Viren oftmals stärker als wir, bzw. unsere Abwehrkräfte.

Das ist einer der Gründe, weswegen im QiGong nicht nur das ‚Aufnehmen von Energie‘ betont wird, sondern auch das ‚Bewahren und Pflegen‘.

Infekte Infekte…

Wen ich auch frage, wie es ihm geht, hatte gerade oder hat gerade und bekommt gerade einen Infekt. Es muss nichts Großes daraus werden, wenn wir ein gutes Immunsystem haben. Dann merken wir lediglich unser Immunsystem arbeiten. Zum Beispiel können wir etwas Halsschmerzen haben durch ‚verdickte‘ Lymphknoten, die gegen einen Infekt arbeiten. Es kann sein, unsere Nase läuft extrem, die Lunge hustet etwas ab. Alles gute und gesunde Reaktionen gegen ‚Unpassendes‘, wie es im Daoismus heißt.

Trinken Sie viel warmes Wasser, um Ihr Immunsystem zu unterstützen. Wenn Sie die Kopfmassage und Lungenmassage gelernt haben, sind das jetzt die geeigneten Übungen, um durch dieses spezielle Zeit zu kommen.

Was an dieser Zeit so speziell ist… erkläre ich morgen.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag!
Mit herzlichem Gruß
Yamin Schulz-Spahr

Das Tai Ji

Das Tai Ji – so heißt es in der alten Lehre des Daoismus – ist der unübersetzbare Begriff für den Zustand, in dem Yin und Yang noch nicht entstanden sind. In dem von Yin und Yang noch nicht die Rede ist, aber in dem Yin und Yang vorhanden sind.

Alles Dinge die fern davon liegen, dass unser ‚Verstand‘ ein wirkliches ‚Verstehen‘ davon erlangen könnte. Daher wird dieser Zustand seit jeher über den sogenannten Übungs- und Kultivierungsweg erreicht.

Die Übungen des TaiJi-QiGong bieten uns einen einfachen Einstieg in diesen langen aber sehr schönen Weg zu dem Zustand des Tai Ji. Ein schneller Profit dieser Übungen ist an einer deutlichen Stärkung unserer Gesundheit und unserer inneren Ruhe festzustellen. Besserer Schlaf, mehr Entspanntheit, mehr Kraft, mehr Gelassenheit…

Fortgeschrittenen des TaiJi-QiGong möchte ich in einer überschaubaren Kursreihe von 5x 14-tägig ab dem 30. März  Übungsaspekte vermitteln, die ihr eigenes Üben weiter in Richtung des Zustands des Tai Ji bringt.

Wenn Sie diese schöne ästhetische Übung noch nicht kennen, haben Sie die Möglichkeit ab dem 13. April in einer kleinen Kursreihe von 5x 14-tägig in die Übung hineinzuschnuppern und erste Erfahrungen mit dem wohligen Effekt der Übung zu machen.

Long Tai Tou

Chinesen feiern heute – am 2. Tag des 2. Monats des Lunisolarkalenders – das sogenannte Long Tai Tou-Fest. Man kann Long Tai Tou übersetzen als: Der Drache hebt sein Haupt.

Im alten Zeiten wurden an diesem Tag Zeremonien durchgeführt für eine gute Ernte, ausreichend Regen und um Plagen durch Insekten vorzubeugen. In der heutigen Zeit ist es vor allem ein Tag geworden, an dem die Leute sich die Haare schneiden lassen…

Für QiGong Übende des Daoismus und in der Ur Chinesischen Medizin ist es der Tag, an dem das Yang – auch in uns (nach entsprechender Schonung) – ausreichende Stabilität erreicht hat und nicht mehr der extremen Schonung bedarf, wie es in den Monaten zuvor der Fall war.

Mit dieser Aussage werden nur Fortgeschrittene QiGong Übende wirklich etwas anfangen können. Es ist tatsächlich auch nur über die Erfahrung mit Übungen verständlich zu erklären. Sonst sind es eben einfach nur Worte…

Das hat dann wohl auch dazu geführt, dass sich so viele  zum ‚Der Drache hebt seinen Kopf‘-Fest die Haare schneiden lassen.

Ich wünsche Ihnen Allen einen schönen erholsamen Samstag!
Mit herzlichem Gruß

Yamin Schulz-Spahr

Sonnenfinsternis

Mit Freude und Brille sind die meisten von uns auf das heute erwartete spektakuläre Naturschauspiel vorbereitet.  Wir haben ja bereits vor einigen Jahren alle schon eine Sonnenfinsternis erlebt. Damals haben wir im Kurs darüber gesprochen, dass man – so sagen es die alten Klassiker – bei Sonnen- und Mondfinsternis sowie bei anderen ‚außergewöhnlichen‘ Zuständen  der Natur keine QiGong-Übungen machen soll.

Wenn wir im QiGong ja immer von Yin und Yang sprechen, so kann man sagen, dass im Moment der Sonnenfinsternis das Yin extrem ist. Vielleicht erinnern Sie sich, wie das Vogelzwitschern bei der letzten großen Sonnenfinsternis plötzlich verstummte. Vielleicht erinnern Sie auch die Reaktion Ihres Haustieres. Das alles sind Reaktionen auf das starke plötzlich auftretende und im Tagesablauf ‚außergewöhnlich‘ auftretende Yin. Auch unsere inneren Kräfte reagieren darauf, selbst, wenn es uns in dem Moment vor lauter und Freude und Brille nicht bewusst sein sollte.

Daher sagen die Klassiker auch: Den Geist klar und gewahr halten, nicht in Dumpfheit verfallen. Das Herz ruhig, unaufgeregt und unbeeindruckt halten.

Und das lässt sich tatsächlich gut üben heute.

Viel Spass – von wo aus auch immer Sie das schöne Naturschauspiel betrachten – wünscht
Yamin Schulz-Spahr

Glück

„Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.“

Francis Bacon, 1561-1626, Philosoph, Wegbereiter des Empirismus